Mei‘ Schatz vum Potzberg
 

(Mundartdichter Paul Münch, 1879-1951, aus: Mei‘ Herzerweiterung, 1940)

Am Potzberg uf der halwe Heh,
In Obstbääm ganz versteckelt
Do leit wie uf em Kanapee
E Dorf lang hingeräckelt.

E Kerschebaam steht an der Stroß
Mit Kersche dran nächst quetschegroß,
Wie lieblich dun die glänze,
Das juckt em grad zum Strenze.

Am Potzberg uf der halwe Heh
Do wachse nit bloß Kersche,
Do gebts a Mädcher schlank wie Reh,
E Fred sich anzupersche.

Un fauschtdick han die’s hinnerm Ohr,
Han Aage hell un glitzeklor
Un Mailcher wie die Kersche,
Mer kann sich kaam beherrsche.

Am Potzberg uf der halwe Heh,
Wann nachts die Sterne funkle,
Wer hockt dort mit seim Schatz im Klee
Beim Kerschebaam im Dunkle?

Wer strenzt sich Kersche dort un Kiss‘?
Soll ichs verrote, wer das is
Uf sellem stille Plätzche?
Ei, ich bins un mei Schätzche.

Die Potzbergkersche die sin gut,
Sin rot un sieß un saftig,
Doch so e Potzbergmädcherschnut
Schmackt sießer noch wahrhaftig.

So selig is kee Himmelstraam
Als wie bei Nacht am Kerschebaam
So Potzbergmäd zu kisse,
Das mecht ich nie vermisse.


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Potzbergheimat
 

(Emil Frank, 1966)

Willst du deine Heimat sehen
Geh’ auf des Potzbergs höchsten Punkt,
Dein Verlangen und dein Sehnen
Siehst du hier in weitem Rund.

Was dein Aug’ erblicken kann
Berg und Tal, sie grüßen dich,
Soweit du siehst ist’s Heimatland
Du Potzberg mein, ich grüße dich!

Von kühlem Walde rings umgeben
Spendest uns Erholung du,
Wandernd wir dich still erleben
In deiner Stille liegt die Ruh’.

Gingst einst du in die Welt hinaus
Denkst an den Potzberg oft zurück,
Denn nirgends bist du so zu Haus,
Wie dort, wo deiner Jugend Glück.

Mal hat er dem Mensch gegeben
Quecksilber und noch Holz dazu,
In tiefen Stollen war viel Leben,
Doch heut – sind seine Wunden zu.

Wie Spielzeug die Dörfchen da liegen
Des Glantals, der Lauter und Blies
Nachbar Remigius lässt grüßen,
Auch ihn haben alle sehr lieb.

Er ist der König uns’res Westrichs
Das Wanderziel von Alt und Jung,
Jedes Frühjahr glänzt er festlich
In neuem Kleid aus Eich’ und Buch’.

Kommst du von Lautern oder Kusel
Von Hunsrück, Nahe oder Rhein,
An des Potzbergs breitem Fuße
Soll unser aller Heimat sein.

Willst du deine Heimat sehen
Geh’ auf des Potzbergs höchsten Punkt,
Dein Verlangen und dein Sehnen
Siehst du hier in weitem Rund.

 

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Potzberglied 1
 

(nach der Melodie des Rennsteig-Liedes)


1) Ich wandre ja so gerne durch's schöne Pfälzerland,
die Wanderschuh geschnüret, den Stock in meiner Hand.
Ich sah schon viele Länder auf dieser weiten Welt,
der Berg in meiner Heimat am besten mir gefällt.

Refrain: Durch den Potzberg, da sind wir schon oft gegangen und wir sangen Lieder, aus der Näh', in der Ferne die Glocken klangen, Westpfälzer Land, du bist schön!

2) Als König hoch im Westrich ragt er weit über's Land,
umringt von Wiesen, Wäldern, hier ist mein Heimatland.
Schau ich vom Potzbergturme ins Pfälzer Land hinein,
ein Jauchzen geht mir durch die Brust, o schöner Westrich mein.

Refrain

3) Am Hang des schönen Potzbergs, wo ich zu Hause bin,
dort wo die Eichen rauschen, all meine Freunde sind.
Ein lustig Völkchen, das sind wir und singen im Verein,
ein jeder weiß, wie schön es ist, daheim bei uns zu sein.

Refrain


(Text aus den 1990er Jahren von Ernst Groß, ehemaliger Ortsbürgermeister von Neunkirchen a.P., gewidmet dem Sangesbruder Richard Sommer im Männerchor Neunkirchen a.P.)

 

 

 

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Potzberglied 2
 

(nach der Melodie des amerikanischen Volksliedes Swanee River)

 

1) Was willschde in die Welt enaus, do is doch schä!
Am Potzbersch kennschde dich doch aus, unn du bisch nie alää.

Refrain: Hersche ned die Glogge leide vum Potzbersch bis ins Daal.
Sieschde net die Kieh unn Perd dort weide, unn annre Viescher ohne Zahl.

2) Im Wildpark owwe uff de Heeh, do gebt's veel se siehn!
Gäße, Elsche, Rinner unn noch meh, unn zwische drinn amol e Bien.

Refrain

3) Bei uns do gebt's noch Keschdebääm unn e diggi Ääsch,
im Wald fielschde dich dehäm, kennschde doch jede Bääm.

Refrain

 

(Text von Rudolf Bleiching, Neunkirchen a.P., 2012)

 

 

Gedichte und Lieder zusammengestellt von Jan Fickert, Neunkirchen a.P.