Weinbirnen


Die Orte rund um den Potzberg, die mitten im einstigen Westpfälzer "Saubirnenland" (Begriff aus dem 17. Jahrhundert) lagen, sind ein Reliktgebiet für alte regionale Weinbirnenbäume. Oft sind diese als landschaftsprägende Solitärbäume auf Äckern, Feldern und Wiesen zu finden. Um den Erhalt dieser zum Teil noch unerforschten und im Verschwinden begriffenen alten Obstbäume kümmert sich seit wenigen Jahren die Kreisgruppe Kusel des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND). Auch der Potzbergverein unterstützt dieses Projekt, indem zahlreiche Jungbäume neu in den Potzberggemeinden angepflanzt wurden. Nachzuchten der Potzberg-Bäume können auch bei der Baumschule Ritthaler in Hütschenhausen (Kreis Kaiserslautern) erworben werden. Ziel ist es, die wichtigsten Regionalsorten und ihr Genmaterial für die Zukunft zu sichern.

Weinbirnen waren wichtiger Bestandteil der früheren Ernährung der ländlichen Bevölkerung. Man produzierte aus ihnen den "Beerebumpes", das einstige westpfälzische "Nationalgetränk". Am Potzberg war dieses alte Kulturgut besonders ausgeprägt, was der folgende mündlich überlieferte Volksspruch beweist: "Wenn in Feggelberch die Beereweifässer breche, isses Glantal iwwerschwemmt". Wichtigste und häufigste Regionalsorte war/ist am Potzberg die "Kahlebeer".

 

Oben: Alter Weinbirnenbaum zwischen Föckelberg und Mühlbach (Foto: J. Fickert).
Unten: Mostbirnenvielfalt am Potzberg (Foto: H.-W. Schepper).

Quelle: Westricher Heimatblätter, Themenheft Weinbirnen, Jg. 45, November 2014, Heft Nr. 4