DER POTZBERG IN DER GESCHICHTE


Vom Deinsberg im Reichsland über den Petersberg zum Potzberg

von Jan Fickert, 2014

 

Oberkarbon:    Bildung des Saar-Nahe-Beckens (315-280 Millionen Jahre) und des Pfälzer Sattels
Vor- und Frühgeschichte:   Funde aus vorgeschichtlicher und gallorömischer Zeit, These eines dem germanischen Gott Donar geweihten Berges nicht belegt
 992:   Ersterwähnung von Theisberg als „Deinesberge“ („Berg des Dagin bzw. Degin“, rechtes Glanufer). Alte Wormser Rechte an der Urpfarrei Deinsberg (alte Peterskirche auf dem Deinsberg) und lange Beziehungen zu den Pfarreien Reichenbach, Bosenbach und Neunkirchen
Um 1000:   Potzberg im freien Reichsland um Kaiserslautern (Glan als Grenze zum Remigiusland)
13.-14. Jh.:   Ersterwähnungen: um 1200 Gimsbach („Bach des Ginnin“),  1303 Rutsweiler („Weiler des Ruozo“), 1323 Friedelhausen („bei der Siedlung des Fridilo“), 1323 Niederstaufenbach („unterer Ort am Felsenbach“), 1329 Neunkirchen („neue Kirche“), 1377 Oberstaufenbach („oberer Ort am Felsenbach“) und 1393 Föckelberg („Berg des Fockilo“)
1332/1345:   Potzbergorte als Reichspfandschaft an der Grafschaft Veldenz (Niederstaufenbach Teil Rheingrafen/Teil Veldenz)
13.-15. Jh.:   Deinsberg“ als Bezeichnung für den Potzberg oder einen Teil des Berges
1400:   Burg Deinsberg („Altenburg“) vermutlich bereits zerstört (Ritter von Deinsberg, Reichs- oder Reichsministerialburg)
1444:   Potzbergorte zur Pfalzgrafschaft Zweibrücken
15./16. Jh.:   Petersberg“ als Bezeichnung für den Gebirgsstock des heutigen Potzberges
1530er:   Reformation in der Pfarrei Theisberg/Deinsberg
1543:   Neunkirchen, Föckelberg, Oberstaufenbach, Mühlbach, Friedelhausen OT links des Reichenbachs, Gimsbach, Rutsweiler und Theisberg zum Fürstentum Pfalz-Veldenz
1595:   Beide OT von Friedelhausen und Niederstaufenbach im Herzogtum Zweibrücken
Ende 16. Jh.:   Erste Namensformen „Potzberg
1618-1648:   Pest, Plünderungen und Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg
1715:   Vereinigung von Theisberg mit Stegen zu Theisbergstegen
1733:   Potzbergorte zur Kurpfalz (außer Friedelhausen)
1720-1866:   Quecksilberbergbau am Potzberg, Höhepunkt 1780er Jahre, Hinweise auf Köhlereien (Pottaschhütte) und Kalkgewinnung, kleine Steinbrüche
Um 1740:   Vitriolwerk am Spelgenbach zur Gewinnung von Schwefelsäure
1747 und 1774:   Bau von reformierten Kirchen in Gimsbach und Neunkirchen (Unionskirche 1824/25)
1776-1866:   Dreikönigszug (rentabelste Quecksilbergrube, Jost Friedrich Häuser letzter Bergverwalter)
1801-1814:   Potzbergorte im Departement Donnersberg/Frankreich, außer Theisbergstegen (Saardepartement)
1815:   Hinweis auf einen unter Napoleon erbauten hölzernen Observationsturm, danach 2 weitere Holztürme
1816:   Potzbergorte im Königreich Bayern
1860-1931:   Bau hölzerner Schutzhütten an der Ottilienquelle, auf dem Potzberggipfel und an der Altenburg, Bau des Springbrunnens an der Ottilienquelle und des Schützenbrunnens
1882:   Gründung des „Verschönerungsverein Glanthal“
1891-1896:   Wirken des bayerischen Forstamtsassesors Johann Baptist Moser
1893:   Bau des steinernen Moserturmes
Um 1900:   Erfolglose Tiefbohrungen auf Kohle am Potzberg
1934:   Einweihung der Protestantischen Kirche Mühlbach
1944/45:   Bombenangriffe im Glantal, Stollen bieten Zuflucht
1952:   Einweihung des Potzbergturmes und offizielle Bezeichnung „Neunkirchen am Potzberg“
1955:   Alte „Kalescheiche“ brennt ab (Neupflanzung 1992)
1964/65:   Ausbau der Straßen von Mühlbach nach Föckelberg und zum Potzbergturm
1966:   Gedicht „Potzbergheimat“ (Emil Frank)
1968-1972:   VG Altenglan (Föckelberg, Neunkirchen, Oberstaufenbach, Niederstaufenbach, Mühlbach, Rutsweiler, Friedelhausen als OT von Bosenbach), VG Kusel (Theisbergstegen) und VG Glan-Münchweiler (Gimsbach als OT von Matzenbach, vom Landkreis KL zum Landkreis KUS)
1972:   Neugründung des Potzbergvereins als Nachfolger des „Fremdenverkehrsvereins e.V. Potzberg“
1976:   Bau der Schutzhütte an der Ottilienquelle (Rutsweiler)
1976-78:   Bau der Buchwaldhütte (PWV Theisbergstegen)
1978:   Gründung des Wildparkvereins
1984:   Einweihung des Hotel-Restaurants und des Wildparks
1985:   Abriss der Potzberghütte („Schutzhütte“) vor dem Turm (mehrere Vorläufer)
1988:   Einweihung des neuen Dreieckigen Steins
1991:   Einzug der Greifvögel in den Wildpark
1993:   Einweihung der neuen Brunnenanlage am Faulenborn (Mühlbach)
1998:   Einweihung des restaurierten Schützenbrunnens (Neunkirchen)
2011:  

Pflanzung einer Elsbeere am Vogelacker (Föckelberg)

2015:  

Fund der ersten tierischen Fossilien vom Potzberg an der Ottilienquelle: Grabspuren von Würmern oder Käferlarven aus dem Oberkarbon (ca. 305 Mio. Jahre alt)